22. Jahrestag. Der KLANGRAUM der Kirche wurde mit einem zart-elegischen Larghetto in h-Moll durch Manfred Grob an der Schwalbennest-Orgel und Christine Hanel an der Bratsche eröffnet. Rund 80 Gäste konnte der Stiftungsvorsitzende Ingo Maxeiner in der schönen Ev. St. Marienkirche begrüßen, darunter den neugewählten Dortmunder Oberbürgermeister, Herrn Alexander Kalouti. Sein Besuch zu diesem frühen Zeitpunkt seiner Tätigkeit in der Stadt wurde dankbar als Würdigung der Arbeit der Kirchen vor Ort und in dieser Stadt wahrgenommen.
In seiner Begrüßung erinnerte Herr Maxeiner an die nur eine Woche zuvor stattgefundene Veranstaltung „Zur Zukunft der Kirchenbauten“. Angesichts der Bevölkerungsentwicklung und der sinkenden Kirchenmitgliedschaften gilt es, gute Konzepte für Kirchenbauten als Kulturgüter zu finden. Die Ev. St. Mariengemeinde hat sich schon mit der Stiftungsgründung 2003 auf den Weg gemacht, diese Kirche für die Stadtgesellschaft langfristig und auf einem hohen Standard zu erhalten. Herr Maxeiner dankte allen Gästen und Spendenden, dass sie mit ihrer Unterstützung diese Kirche in der Gegenwart erhalten und für die Zukunft fitmachen: Als Raum der Stille und Erholung, als Inspirationsort von Seele und Geist sowie als Feierstätte für Gottesdienste, Konzerte und Ausstellungen gibt die Marienkirche in ihrer schlichten Schönheit Gott die Ehre.
In seinen Grußworten der Stadt Dortmund dankte Herr Kalouti freudig für 22 Jahre Stiftungsarbeit, für Einsatz, Leidenschaft und Herzblut für das, was unsere Stadt so ganz im Inneren ausmacht. Diese sehr besondere Kirche sei viel mehr als nur Bauwerk, sie ist ein Stück Dortmund und damit wesentlicher Teil unser aller Identität. Kirchen erinnern an unser kulturelles Erbe, gerade in Zeiten von notwendigen Veränderungen. Aber Veränderung und Zukunft brauchen Wurzeln, wie sie eben in St. Marien gepflegt werden. Mit dem energieeffizienten, modernen Lichtkonzept, das demnächst ebenso sensibel wie und respektvoll in diesem wunderschönen Kirchenraum umgesetzt werden wird, gelingt St. Marien die Verbindung von Tradition und Innovation.
Dies ist genau das Dortmund, das er sich wünscht: Ein modernes, verantwortungsbewusstes Dortmund, mit Haltung und Herz und doch mit Erinnerung an die eigene Geschichte. Und wer in dieser Stadt Kultur fördert, stärkt auch immer das Miteinander. Herr Kalouti wünscht allen einen schönen und inspirierenden Abend.
Für den evangelischen Kirchenkreis würdigte Superintendentin Heike Proske das Engagement, die Treue und die Zukunftsideen von – vor allem ehrenamtlich Tätigen – in Stiftung und Gemeinde. Dies sei ein Geschenk für die Gemeinde, für den Kirchenkreis, für die Stadt und weit darüber hinaus. Die Stiftung trage seit über zwei Jahrzehnten dazu bei, dass St. Marien als Raum der Schönheit, der Kunst, der geistlichen Tiefe und der Theologie lebendig bleibt.
Frau Proske nahm Bezug auf den Titel des Festvortrags „Kruzifix und Halleluja“, der alle auf eine Reise durch Zeiten, Kunst und Geschichte des Glaubens aber auch Leid und Hoffnung mitnehmen wird. Gerade diese Verbindung von Theologie, Kunst und Leben ist es, die der Kirche Tiefe verleiht und unserm Auftrag Gestalt gibt. Wenngleich manchmal so wenig im Mittelpunkt wie das hoch über dem Kirchenschiff hängende, restaurierte Triumphkreuz und doch präsent. Frau Proskes Dank galt Allen, welche die Stiftung seit über 20 Jahren tragen, fördern und pflegen und mit ihrer Leidenschaft erfüllen.
Mit dem Orgelwerk „In der Fremde“ von Otto Heinermann trug Kantor Manfred Grob das Werk des früher an St. Marien tätigen Kantors und Komponisten in die Gegenwart dieses feierlichen Jahrestages. Das nach dem Festvortrag erklingende Arvo Pärts „My heart’s in the Highlands“ bildete einen musikalischen Höhepunkt dieses Stiftungsabends: Die Orgel sendete ein sanftes, asketisches, repetitives Moll in den Kirchenraum, die Sopranstimme von Kirsten Wolke gibt den wenigen, von melancholischer Sehnsucht getragenen Versen Ausdruck – eine meditativ-sakrale Klangwelt erfüllt St. Marien.
Der Festvortrag „Kruzifix und Halleluja – Zu Geschichte, Bedeutung und Sanierung des Triumphkreuzes“ der Kunsthistorikerin Silvia Schmidt-Bauer spannte einen weiten Bogen vom Tod am Kreuz, einer erst über die Jahrhunderten sich entwickelnden Verehrung des Gekreuzigten und der sehr gelungenen Restaurierung des Triumphkreuzes in St. Marien. Dieser Vortrag wird in einer kommenden Oase veröffentlicht.
Der vom stellvertretendem Vorsitzenden Dr. Thorsten Ziebach vorgetragene Rechenschaftsbericht ließ alle erfreut aufhorchen: Die in den letzten Jahren von der Stiftung auf den Weg gebrachten Projekte (Restaurierung des Triumphkreuzes und das energieeffiziente Lichtkonzept) wurden treu bespendet, konnten aber in 2024 noch nicht realisiert werden. Zum Jahresanfang 2024 betrugen die frei verfügbaren Gesamtrücklagen rund 119.800 €. Sie stiegen während des Jahres 2024 dank über 100 Zuwendungen und besseren Zinserträgen sowie geringem Geschäftsaufwand zum 31.12.2024 auf stolze 143.345,53 €. Die Stiftung hat insgesamt – von 2003 bis 2024 – für die Förderung des Kulturguts und der Kirchenmusik rund 730.750 € ausgegeben. Dr. Ziebach wagte die Prognose, dass zu Ende 2025 die 900.000-Euro-Marke „geknackt“ werden könnte, wenn die Spendenfreudigkeit für dieses kunsthistorische Kulturgut weiter so anhält und dankte allen bisherigen Spenderinnen und Spendern sehr herzlich.
Diesem Dank, auch und besonders an alle Mitwirkenden des Abends, schloß sich Monika Radtke als Stiftungsmitarbeitende an. Sie stellte kurz das in 2026 umzusetzende Lichtkonzept vor, welches die Kirche in „neuem alten Glanz“ erstrahlen lassen wird. Zum anschließenden Empfang lud sie alle Gäste herzlich ein.
Bleiben Sie uns herzlich verbunden. Es dankt Ihre Silvia Schmidt-Bauer, Schriftführerin der Stiftung