Stiftungsjahrestag 2017

Unser Stiftungsjahrestag war dem 50-jährigen Jubiläum unserer Schwalbennestorgel gewidmet.
Der Abend folgte in weiten Teilen dem originalen Programm zur Einweihung unserer Orgel am 2.
Advent 1967, die damals im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes stattfand. Zur Eröffnung
erklang damals wie heute das feierliche
Präludium G-Dur von Johann Sebastian Bach.
Anschließend begrüßte Herr Maxeiner die zahlreichen Festgäste und Herrn Bürgermeister Manfred
Sauer, Herrn Superintendent Ulf Schlüter, den Kantor und Festredner Herrn Manfred Schwendner
sowie alle weiteren Mitwirkenden sehr herzlich. Er bemerkte, dass die Orgel über all die
Jahrzehnte gut gepflegt wurde, doch nun bezüglich ihres Klangbildes unserer Fürsorge bedürfe.
Mit einem fröhlichen „Hier stehe ich und kann nicht anders“ eröffnete Herr Sauer seine nunmehr
zum vierten Mal zu überbringenden Grußworte der Stadt. Die Stiftung nutze ganz zeitgemäß die
modernen Medien, um die Menschen von der Wichtigkeit des Erhalts christlichen Kulturgutes zu
überzeugen. Wäre Christus heute unter uns, so seine Überzeugung, hätte er sicherlich ein
Facebook-Profil. Auch stimme er mit der aktuellen Äußerung von Heinrich Bedford-Strohm,
Ratsvorsitzender der Ev. Kirche Deutschland, überein, dass heutzutage Luther seine Botschaft
sicherlich getwittert hätte. Unter allgemeinem Schmunzeln führte Herr Sauer diese Überlegungen
zur Nutzung sozialer Medien weiter aus. Ihn freue aber auch, dass St. Marien mit einem Abend wie
diesem und dem gesprochenen Wort einen guten Weg wähle, um für die älteste Stadtkirche zu
werben und um Spenden für die Orgelertüchtigung zu bitten.
Superintendent Ulf Schlüter zitierte zum Abend passend aus Thomas Manns Roman „Die
Buddenbrooks“ einige Passagen über die Musik als ein Geschenk und eine Gabe Gottes, um dann
St. Marien und der Stiftung viel Erfolg für die Orgelertüchtigung zu wünschen.
Wie um dies machtvoll zu unterstreichen erklang die feierliche Kantate
Lobe den Herren mit Orgel,
Reinoldibläser und den beteiligten Chören, die zu einem großartigen Schlusschoral zusammen
fanden. Danach verlieh das Doppelquartett den
Stimmen eines Rufenden wunderbares
Klangvolumen. Bei der folgenden Arie
Er weidet seine Herde erklangen wiederum die Orgel und die
warme, kraftvoll und zugleich sehr zärtlich singende Sopranstimme unserer Chorleiterin Gisela
Schneider. Zum Ende dieses ersten musikalischen Teils erschallte ein von allen Festgästen aus
tiefem Herzen gesungenes
Nun danket alle Gott.
Bei seinem Festvortrag überraschte Herr Schwendner nicht nur mit vielen interessanten Details zu
den bisherigen vier Orgeln, die in der Geschichte St. Mariens – teils zeitgleich – erklangen, sondern
auch mit Charme und Wortwitz. In der 2018 von der Stiftung herausgegebenen
Kleinen
Orgelbroschüre
, die zu den Öffnungszeiten in der Marienkirche erhältlich ist, finden Sie eine
umfassen Darstellung der Orgelgeschichte von St. Marien in Text und Bild.
Die nächsten vier Musikstücke entsprangen wieder dem originalen Programm zur Orgeleinweihung
1967: Das sehr getragene
Benedictus als Orgelsolo und ein berührendes O Du mein Trost und süßes
Hoffen
von Orgel und Sopran vorgetragen. Danach konnte jeder Zuhörer mehr als eine große
Stimme
im Doppelquartett hören, ebenso wie beim anschließenden Also hat Gott die Welt geliebt.
Der Rechenschaftsbericht über die in 2016 satzungsmäßig verwendeten Spenden wurde von Dr.
Bernt Langeneke vorgetragen. Die Erträge des Stiftungsvermögens fielen wie schon in den letzten
Jahren zinsbedingt gering aus. Doch dank des erfreulich hohen Spendeneingangs konnte die

Stiftung die erste Rückzahlungsrate der Turmsanierung bezahlen. Herr Langeneke verwies auf eine
aktuelle Studie zur Glücksforschung, wonach Verschenken ein großes Glücksgefühl auslösen könne,
und wünschte in diesem Sinne allen Anwesenden, dass Sie Ihr Glück über Spenden mehren mögen.
Zum Abschluss dankte die stellvertretende Stiftungsvorsitzende Renate Fischer allen Festgästen für
ihr Kommen, Herrn Schwendner für seinen interessanten Orgel-Festvortrag, allen Sängern,
Musikern und weiteren Mitwirkenden für ihr Engagement und allen Spendern für ihre große
Unterstützung.
Mit einem von allen Festgästen gemeinsam gesungenen
Wachet auf, ruft uns die Stimme endete
der offizielle Teil des Festabend und die Gästeschar nahm an dem kleinen Empfang in der Kirche
teil. Viele anregende und nette Gespräche später endete ein sehr schöner und – durch das
Mitsingen der Festgäste – auch ungewöhnlicher Abend. Wir alle dürfen uns auf den nächsten
Stiftungsjahrestag am 9.11.2018 und das bessere Klangvolumen unserer dann ertüchtigten
Schwalbennestorgel freuen.
Silvia Schmidt-Bauer
Schriftführerin Stiftung Kulturgut und Kirchenmusik